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©Pete Saloutos/stock.adobe.com
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Unternehmensziele vs. persönliche Ziele – Wie Sie beide in Einklang bringen und erreichen

Gepostet am 

8. April 2022

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Was auf den ersten Blick wie zwei voneinander getrennte Entitäten wirkt, folgt im Kern denselben Grundsätzen: Unternehmensziele und persönliche Ziele. Das gilt natürlich nur dann, wenn wir von den großen, umspannenden Zielen sprechen. Denn als Unternehmerin oder Führungskraft können und sollten Sie diese beiden Bereiche Ihres Lebens gar nicht trennscharf voneinander abgrenzen können. Für Ihren Antrieb und Ihre Motivation ist es sogar gut und wichtig, wenn sich die Ziele des Unternehmens auch in Ihrer persönlichen Agenda widerspiegeln und umgekehrt.

Lassen Sie mich das etwas genauer ausführen: Wodurch wird etwas zum Ziel? Doch erst dadurch, dass es in Ihnen etwas auslöst, Sie antreibt und ins Handeln bringt. Ansonsten ist das sogenannte Ziel nicht wirklich Ihr eigenes, sondern entweder ein von außen an Sie herangetragenes oder wahrgenommenes. „Fünf Prozent Umsatzwachstum“ klingt auf dem Papier zwar sinnvoll und unternehmerisch getrieben, ist aber am Ende nur eine betriebliche Kennziffer. Kein echtes Ziel. Genauso wenig übrigens wie: Gesünder leben. Warum nicht? Dazu kommen wir jetzt.

Formulieren Sie Ziele mit Wirkkraft

Schon bei der Formulierung der Ziele kann es leicht passieren, dass Sie vom Weg abkommen und sich verlieren. Der Grund dafür liegt zum einen darin, dass wir dazu neigen, uns Ziele von anderen diktieren zu lassen. Was aber für Person A richtig ist, muss noch lange nicht für Person B gelten. Lassen Sie sich diese Ziele extern andrehen, entfalten sie keine Wirkung, keinen Sog, und Sie werden eher früher als später die Motivation verlieren, diese Ziele auch zu verfolgen. Zum anderen denken wir Ziele oftmals zu abstrakt. Genau dort liegt auch das Problem bei der Formulierung „Gesünder leben“, die alljährlich wieder als Neujahrsvorsatz bemüht wird. Was genau soll das denn bedeuten? Wenn Sie vorher 20 Zigaretten am Tag geraucht haben und jetzt nur noch 19, könnte man applaudieren und sagen: „Prima, Sie leben gesünder. Ziel erreicht.“ Aber ist das wirklich mit der Formulierung gemeint gewesen? Eher nicht.

Ziele mit Wirkkraft formulieren
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Ergänzen Sie die SMART-Formel um einen wichtigen Aspekt

Es kommt also sowohl im unternehmerischen als auch im privaten Kontext darauf an, messbare Ziele mit Wirkkraft zu formulieren. Oftmals wird hier die SMART-Formel zitiert, ich würde sie aber gerne um einen Punkt ergänzen, der Ihre Zielformulierung wie eine Klammer umschließen sollte: Ihre individuellen Werte.

  1. Verfolgen Sie nur Ziele, in denen Sie einen Sinn und einen Wert erkennen. Wie Sie Ihren individuellen Wertekanon definieren und leben, habe ich unter anderem für den Human Resources Manager aufgeschlüsselt. Hier können Sie den Beitrag lesen.
  2. Formulieren Sie Ihre Ziele messbar, terminiert und unter Berücksichtigung Ihrer Ressourcen, sowohl im unternehmerischen als auch im privaten Bereich. Sie möchten Kundenanfragen in weniger als zwölf Stunden qualifiziert beantwortet haben, aber Ihr Team arbeitet bereits am Limit? Das wird nicht funktionieren (oder nur, indem Sie an den entsprechenden Stellen aufstocken/Prozesse verschlanken). Ebenso ist das Ziel „dreimal wöchentlich eine Stunde joggen“ nicht zu erreichen, wenn Sie bereits jetzt kaum Zeit für sich finden.
  3. Prüfen Sie regelmäßig, ob ein Ziel immer noch einen substanziellen Beitrag zur Verwirklichung Ihrer Werte beiträgt. Haben Sie im Zweifel keine Scheu vor Anpassung.

Erst durch die Formulierung von Zielen, die uns wichtig sind, können wir Prioritäten setzen und die Frage beantworten: „Bringt mich das, was ich jetzt tue, meinem Ziel näher oder entfernt es mich davon?“ So gelingt der Balanceakt zwischen zu rigiden Zielen, die den Blick für weitere Möglichkeiten verschließen, und willkürlichen Zielen, die dazu führen, dass wir uns verzetteln. Formulieren Sie Ziele, die Sie ins Handeln bringen.

Erkennen Sie, ob unternehmerische und private Ziele sich torpedieren

Erst wenn Sie sowohl Ihre unternehmerischen als auch Ihre privaten Ziele definiert haben, können Sie erkennen, ob diese sich gegenseitig befruchten oder im Gegenteil vielleicht eher torpedieren. Denn um beide wirklich in Einklang zu bringen, genügt das reine Aufschreiben der Ziele leider nicht. Im Anschluss müssen Sie sie kritisch betrachten. Im Idealfall verhalten sich Ihre unternehmerischen Ziele zu Ihren privaten wie das Benzin zum Auto. Das eine befeuert das andere auf Ihrem individuellen Weg. Auch wenn die Ziele aus beiden Bereichen also nicht genau dieselben sind, sollten Sie ein ähnliches Thema, ein gemeinsames Motiv haben. Gehen die Ziele konträr, werden Sie nicht nur garantiert in einem Bereich scheitern, Sie werden auch unglücklich und antriebslos dabei. Auch hier schützt Sie Ihr Wertekanon. Wenn Sie beides konsequent danach ausrichten, können sie keine gegensätzlichen Zielvorhaben entwickeln, denn dieser Kanon ist Ihre feste und solide Basis.

„Das Wichtigste ist,
sich daran zu erinnern,
was das Wichtigste ist.“

Der wichtigste Tipp kommt jetzt zum Schluss: Dranbleiben – es geht um das Dranbleiben. Einfach machen. Einfach anfangen, statt perfekt zu zögern. Das Wichtigste ist, sich daran zu erinnern, was das Wichtigste ist. Wenn wir ein Ziel erreicht haben, ist es verbunden mit einem guten Gefühl. Ebenso wie es ein gutes Gefühl ist, wenn man weiß, dass man sich auf sich verlassen kann.

Top-Management-Beratung und Unternehmensentwicklung in Köln und bei München

Hat Ihnen der Blogbeitrag gefallen und weitergeholfen? Hervorragend. Wenn Sie das Thema der Zielentwicklung und Wertearbeit vertiefen wollen oder Unterstützung in anderen Unternehmens- und Führungsbereichen suchen, freue ich mich auf Ihre Nachricht oder Ihren Anruf.

Mehr über die Inhalte meiner Führungskräftecoachings erfahren Sie hier:

Dr. Anke Nienkerke-Springer sitzt lächeln an einem Tisch.

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